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Musik und Tanz in Westafrika Rhythmus ist in Afrika pure Musik. Das erste Gebet des
Menschen bat um Regen. Der erste Regentropfen schlug den Grundrhythmus aller
afrikanischen Musik. Dann erst kam die Melodie. Rhythmus ist der Lebensnerv
afrikanischer Musik, wobei die Trommel bei allen zeremoniellen Ereignissen, aber
auch im Alltag im Mittelpunkt steht. Den Afrikanern wird der Rhythmus regelrecht
in die Wiege, das heißt, in das afrikanische Hüfttuch gelegt. Schon als
Säugling erleben sie, auf den Rücken der Mutter gebunden, die rituellen
Tanzfeste mit, bei denen bis zur Erschöpfung auf dem Dorfplatz gestampft,
gehüpft, geschlurft und gesprungen wird.
Musizieren ist in Afrika ein gesellschaftliches Ereignis. In
der Stammesgemeinschaft werden feierliche Zeremoniengesänge angestimmt, aber
auch Lieder zur Erleichterung etwa der Erntearbeit, beim Spinnen und Dreschen in
der Gruppe gesungen.
Früher wurden die Kinder von klein auf in die Sprache der
Trommeln eingeführt, lernten männliche (tiefe) und weibliche (hohe) Trommeln
gleich einer Sprache zu übersetzen und Symbole zu entschlüsseln. Bei den Akan/Ghana
wird zum Beispiel das Knurren des Leoparden durch die Reibtrommel nachgeahmt.
Sie soll die Allmacht des Königs darstellen.
Eng verbunden mit der Musik ist in Afrika der Tanz, wobei die
Maske als Ausdrucksmittel der optischen Darbietung eine gewichtige Rolle spielt.
Die Maske dient jedoch nicht nur als Spielelement, sondern ermöglicht dem
Menschen vorübergehend einen magischen Personentausch.
Jeder Tanz hat eine eigene Bedeutung. Es gibt Freudentänze
zur Erntezeit, Tanzfiguren die beschreiben wie die Felder bestellt werden. Aber
auch rituelle Tänze, in denen zum Beispiel die Jungen und Mädchen in die
Männer- und Frauengesellschaften aufgenommen werden. Man könnte noch vieles
aufzählen, jeder Tanz erzählt eine neue Geschichte oder ein besonderes
Ereignis. |